Beginn
Mi., 14.04.2027, 18:00 - 19:30 Uhr
Bis 1938 standen in Mainz zwei monumentale Synagogen. In der Flachsmarktstraße wurde nach orthodoxem Ritus gebetet, in der Hindenburgstraße begleitete eine Orgel den reformierten Gottesdienst. Die Nationalsozialisten zerstörten alles. Jüdinnen und Juden wurden vertrieben, abtransportiert, ermordet. Die kleine, traumatisierte Nachkriegsgemeinde, die sich 1945 gegründet hatte, war ohne Hoffnung auf eine Zukunft.
Doch nach dem Zerfall der Sowjetunion geschah ein Wunder. Die Bundesregierung wollte jüdisches Leben in Deutschland blühen sehen und verschickte Einladungen. So kamen auch nach Mainz Jüdinnen und Juden aus Sowjetrepubliken wie Usbekistan, Kasachstan, Litauen, Russland, der Ukraine, Moldawien, Aserbaidschan u. a.
Mit den Jahren entwickelte sich die Idee zu einem Synagogenneubau in Mainz. Man entschied sich für einen expressiven Entwurf, der die herausragende, identitätsstiftende Bedeutung der hebräischen Schrift für das Judentum repräsentiert. Im ganzen Synagogenkomplex sind außen und innen Symbole eingearbeitet.
2010 wurde die Neue Synagoge eingeweiht. Jährlich kommen mehr als 3.500 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
Irina Wittmer verbindet in ihrer Lesung Architektur, Geschichte und Gegenwart der jüdischen Gemeinde zu einem lebendigen Porträt dieses besonderen Ortes.